Monatsarchiv: Februar 2010

Wenn Ihre Haende schwitzen…

Na, klar – TV- und Radiointerviews sind auch fuer uns Medienprofis nervenaufreibend!

Stellen Sie sich vor, Sie sind der Sprecher zu einem aeusserst kontrovers diskutierten Thema, dass zudem gerade eine der Hauptstories in Ihrem Bundesland ist. Sie haben vier Fernsehinterviews direkt nacheinander. Fuenf Zeitungsinterview zwischendurch. Live Radiointerviews, waehrend Sie im Auto sitzen. Kein Spass, aber Sie koennen es schaffen!

In solchen Zeiten versuchen wir immer, uns daran zu erinnern, was wir mal gelernt haben. Wahrscheinlich haben Sie die folgenden Tips schonmal gehoert: konzentrieren auf drei Kernbotschaften, immer zurueck zu den Hauptpunkten kommen, keine Hemden mit Hahnentrittmuster tragen…

Heute moechten wir Ihnen drei weniger bekannte Tips fuer TV- und Radiointerviews geben, die sich fuer uns als sehr hilfreich erwiesen haben:

  1. Stellen Sie sich waehrend des Interviews hin, und gestikulieren Sie, soviel Sie wollen. Stimmt – das klingt zuerst ein bisschen komisch und ist vielleicht nicht immer moeglich. Der Sinn der Sache ist, dass Sie nicht darueber nachdenken, ob Sie sich z.B. im Sessel mehr nach vorne beugen sollten, oder was Ihre Haende gerade tun. Bleiben Sie ganz Sie selbst und moeglichst natuerlich, das ist das wichtigste! Das Hinstellen hat noch einen weiteren Vorteil, den Sie bestimmt schonmal gespuert haben, wenn Sie eine Rede halten mussten: das Zwerchfell ist entspannter, Ihre Atmung wird gleichmaessiger und nicht so gepresst, wie beim Sitzen. Das wirkt sich direkt auf Ihren Tonfall und Ihre Stimme aus. Hinstellen ist daher auch besonders effektiv bei Interviews fuer’s Radio oder ueber’s Telefon, wo’s auf die Stimme ganz besonders ankommt. Versuchen Sie’s mal!
  2. Sagen Sie “Sie” oder den Namen des Reporters mitten in Ihrem Kommentar, wenn Sie nicht moechten, dass dieser tatsaechlich genutzt wird. Bekommen Sie eine Frage gestellt, die Sie nicht moegen, beginnen Sie mit der Antwort, und sagen mittendrin etwas wie…”wie wir es bereits vor ein paar Minuten besprochen haben, Stefan, worauf Sie antworteten…” Das hoert sich nicht besonders gut an und wird wahrscheinlich eher nicht genutzt. Seien Sie aber vorsichtig damit, denn wenn Sie diesen Trick zu oft nutzen, wird der Reporter das bemerken und wahrscheinlich etwas sauer…
  3. Ueben Sie NICHT innerhalb der letzten 30 Minuten vor dem Interview. Wenn Sie Ihren Text bis zum Start des Interviews ueben, werden Sie nervoes und zudem zu stark darauf fokussiert, sich an alles erinnern zu wollen. Trainieren Sie stattdessen ein paar Stunden vorher so viel wie moeglich, und machen Sie dann eine klaren Schnitt. Unterhalten Sie sich mit Kollegen ueber irgendetwas spassiges. Entspannen Sie sich, damit Sie sie selbst sind, wenn dann die Kameras eingeschaltet werden.

 

Was fuer Tricks benutzen Sie, um sich auf Interviews vorzubereiten?

Wir sind gespannt, von Ihnen zu lernen!

Nachhilfe von AP

Ein mehr als sehenswertes Video, in dem zwei AP-Redakteure erklären, was sie von einem guten Pitch erwarten!

Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte …

… und meist auch mehr als 140 getwitterte Zeichen. Die US Website Ragan.com hat jetzt ein paar erstklassige Tipps veröffentlicht, wie sich Unternehmens- und Produkt-Fotos interessant und aufmerksamkeitsstark gestalten lassen. Einen Auszug veröffentlichen wir nachstehend – Danke an die Kollegen!

1. Verändern Sie den Blickwinkel.

Meist werden PR-Fotos aus dem ewig gleichen, langweiligen Winkel geschossen: Streng von vorne, das Wichtigste (Produkt, CEO etc.) schön ordentlich in der Bildmitte. Warum nicht einmal den Blickwinkel um (buchstäblich) 180 Grad ändern? Einen Vortragssprecher zum Beispiel braucht kein Topfpalme oder eine Logowand im Rücken – es kann auch das Publikum sein, zu dem er spricht. Der gleiche Effekt entsteht, wenn der Fotograf die zu fotografierenden Personen bittet, sich mal ganz natürlich zu verhalten, zu reden, umherzugehen …

2. Nehmen Sie Objekte mit ins Bild auf

Oft verleihen Objekte einem Foto und seinem Gesamtzusammenhang erst die nötige Dramaturgie. Dazu kann jedes Produkt aus der Arbeitsumgebung des Fotografierten dienen

3. Lassen Sie Emotionen sprechen

Viele PR-Bilder wirken ganz einfach deswegen künstlich, weil sie gestellt sind. Wer sich die Mühe macht, beispielsweise während einer Firmenveranstaltung locker von Zeit zu Zeit die Kamera zu zücken und abzudrücken, erzielt mit Sicherheit emotionalere und lebendigere Aufnahmen.

4. Nehmen Sie sich Zeit

Siehe Punkt drei – „sprechende“ Bilder brauchen Zeit. Manchmal hilft auch ein Trick: Ein Bild, das entweder kurz vor oder kurz nach dem „offiziellen Foto-Termin“ geschossen wird, wirkt oft wesentlich natürlich – und damit interessanter für die Betrachter.