Wenn Ihre Haende schwitzen…

Na, klar – TV- und Radiointerviews sind auch fuer uns Medienprofis nervenaufreibend!

Stellen Sie sich vor, Sie sind der Sprecher zu einem aeusserst kontrovers diskutierten Thema, dass zudem gerade eine der Hauptstories in Ihrem Bundesland ist. Sie haben vier Fernsehinterviews direkt nacheinander. Fuenf Zeitungsinterview zwischendurch. Live Radiointerviews, waehrend Sie im Auto sitzen. Kein Spass, aber Sie koennen es schaffen!

In solchen Zeiten versuchen wir immer, uns daran zu erinnern, was wir mal gelernt haben. Wahrscheinlich haben Sie die folgenden Tips schonmal gehoert: konzentrieren auf drei Kernbotschaften, immer zurueck zu den Hauptpunkten kommen, keine Hemden mit Hahnentrittmuster tragen…

Heute moechten wir Ihnen drei weniger bekannte Tips fuer TV- und Radiointerviews geben, die sich fuer uns als sehr hilfreich erwiesen haben:

  1. Stellen Sie sich waehrend des Interviews hin, und gestikulieren Sie, soviel Sie wollen. Stimmt – das klingt zuerst ein bisschen komisch und ist vielleicht nicht immer moeglich. Der Sinn der Sache ist, dass Sie nicht darueber nachdenken, ob Sie sich z.B. im Sessel mehr nach vorne beugen sollten, oder was Ihre Haende gerade tun. Bleiben Sie ganz Sie selbst und moeglichst natuerlich, das ist das wichtigste! Das Hinstellen hat noch einen weiteren Vorteil, den Sie bestimmt schonmal gespuert haben, wenn Sie eine Rede halten mussten: das Zwerchfell ist entspannter, Ihre Atmung wird gleichmaessiger und nicht so gepresst, wie beim Sitzen. Das wirkt sich direkt auf Ihren Tonfall und Ihre Stimme aus. Hinstellen ist daher auch besonders effektiv bei Interviews fuer’s Radio oder ueber’s Telefon, wo’s auf die Stimme ganz besonders ankommt. Versuchen Sie’s mal!
  2. Sagen Sie “Sie” oder den Namen des Reporters mitten in Ihrem Kommentar, wenn Sie nicht moechten, dass dieser tatsaechlich genutzt wird. Bekommen Sie eine Frage gestellt, die Sie nicht moegen, beginnen Sie mit der Antwort, und sagen mittendrin etwas wie…”wie wir es bereits vor ein paar Minuten besprochen haben, Stefan, worauf Sie antworteten…” Das hoert sich nicht besonders gut an und wird wahrscheinlich eher nicht genutzt. Seien Sie aber vorsichtig damit, denn wenn Sie diesen Trick zu oft nutzen, wird der Reporter das bemerken und wahrscheinlich etwas sauer…
  3. Ueben Sie NICHT innerhalb der letzten 30 Minuten vor dem Interview. Wenn Sie Ihren Text bis zum Start des Interviews ueben, werden Sie nervoes und zudem zu stark darauf fokussiert, sich an alles erinnern zu wollen. Trainieren Sie stattdessen ein paar Stunden vorher so viel wie moeglich, und machen Sie dann eine klaren Schnitt. Unterhalten Sie sich mit Kollegen ueber irgendetwas spassiges. Entspannen Sie sich, damit Sie sie selbst sind, wenn dann die Kameras eingeschaltet werden.

 

Was fuer Tricks benutzen Sie, um sich auf Interviews vorzubereiten?

Wir sind gespannt, von Ihnen zu lernen!

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