Monatsarchiv: Juni 2010

Schreiben fuer’s Web

Bekannte Woerter helfen Besuchern nicht nur eine Seite zu finden, sondern auch, sich auf derselben zurechtzufinden.
Benutzen Sie deshalb die Schlagwoerter, die sich in den Koepfen Ihrer Leser finden – nicht die Woerter, von denen Sie glauben, dass Ihre Leser sie kennen muessten. In Hinblick auf’s Internet im allgemeinen und Suchmaschinen im Besonderen heisst das: benutzen Sie Schluesselwoerter, die Ihre Leser bei Yahoo, Google & Co eintippen wuerden.

Warum ist klar: Besucher von Websites verlassen sich darauf, von Suchmaschinen zu den richtigen Webseiten (und den richtigen Unterseiten einer Website) fuer einen Begriff oder ein Thema gefuehrt zu werden.

Zu schreiben, um gefunden zu werden, ist daher also Pflicht – nicht Kuer!

1) Don’t believe the Hype!

Und so geht’s: kommen Sie runter von gehypten Begriffen und Industrie-Slang. Auch, wenn sich in Ihrer Branche jeder mit diesen Begriffen totschmeisst, heisst das noch lange nicht, dass jeder potentielle Kunde auch nach diesen Begriffen sucht.

Ein Spaten ist also ein Spaten, und keine “Erdreichaushub-Loesung” und auch kein “Ausgrabe-System”! Bloss, weil Sie “kostenguenstige Reise-Erlebnisse” anbieten, suchen Ihre Kunden vermutlich trotzdem schlicht und einfach nach billigen Flugtickets.

Auch wenn’s nicht spannend order spezialisiert genug klingt: diese Woerter werden haeufig benutzt und sind die bekanntesten und meistgenutzen Suchbegriffe.

2) Allgemein verstaendliche Begriffe
Ihre Zielgruppe kennt die taeglichen Probleme – nicht aber unbedingt den Namen Ihrer Firma, oder Produkte. Wie wuerde man allgemein das Problem und die Loesung (die Sie anbieten) beschreiben? Das sind die Begriffe, mit denen Sie arbeiten auf Ihrer Website und in Ihren Google Adwords arbeiten sollten.

Auch wenn Sie Tenside, Optische Aufheller oder Tandem-Systeme verkaufen, suchen Ihre Kunden trozdem zunaechst einmal ganz schlicht und einfach nach “Waschmittel”.
3) Verzicht auf Politische Korrektheit
Nennen Sie die Dinge beim Namen und schreiben Sie “blind” und nicht “visuell herausgefordert“ – die Mehrheit Ihrer Zielgruppe tut’s beim Googlen genauso.

4) Machen Sie’s leicht, sie zu finden
Wenn Sie’s erfolgreich geschafft haben, in Suchmaschinen Rankings auf der ersten Seite zu landen ist das ein prima Erfolg – Glueckwunsch!
Aber ruhen Sie sich jetzt nicht auf Ihren Lorbeeren aus: jetzt muessen Sie’s schaffen, dass die Surfer auf Ihre Seite klicken und sich von dort aus weiter vorarbeiten.

Aus Eye-tracking studien weiss man, dass Surfer auch weit oben gerankte Sites direkt ueberfliegen, wenn die ersten Saetze des Listings nicht direkt Sinn ergeben und den Leser ansprechen. Einmal auf der Seite angekommen, wird ein Surfer sofort “bouncen” und auf eine andere Seite als Ihre klicken, wenn die Produktseiten nicht stimmig sind, keinen Sinn ergeben, oder schlicht nicht die Sprache des Kunden sprechen.

Also: benutzen Sie die Worte, die Ihr Kunde benutzen wuerde, und nicht Ihren eigenen Fach-Jargon. Kommen Sie direkt zum Punkt und benutzen Sie Sprache, die jeder auf anhieb versteht.

Wenn Sie uebrigens mal sehen wollen, welche Ueberschriften wirklich ankommen, dann testen Sie doch mal http://www.crazyegg.com. Die Seite zeigt Ihnen Punktgenau, welche Surfer wohin klicken, und wohin die Reise dann ging – sehr spannend.